Wer in der Hausarztpraxis wen sieht, entscheidet die Triage – und die ist bisher meist auf Ärzt:innen ausgerichtet. Eine in Family Practice (Band 43, Heft 5, 31. Juli 2026) erschienene Studie aus der Schweiz schlägt ein modifiziertes Triage-Modell vor, das Advanced Practice Nurses und weitere Gesundheitsberufe einbezieht.

Die Studie

Das Team um Maya Zumstein-Shaha (Berner Fachhochschule) nutzte ein konvergentes Mixed-Methods-Design in vier Phasen in Schweizer Hausarztpraxen, die APN beschäftigen. Erhoben wurden die Veränderungsbereitschaft der Fachpersonen sowie die gelebte Triage; anschließend wurde die Triage nach Expert:innenempfehlungen überarbeitet und in zwei Delphi-Runden mit Fachpersonen und Stakeholdern auf Machbarkeit geprüft (DOI 10.1093/fampra/cmag062).

Die Ergebnisse

Die beobachtete Triage konzentrierte sich weiterhin vor allem auf Ärzt:innen. Das modifizierte Modell wurde als praktikabel beurteilt: Es soll Patient:innen je nach Konsultationsgrund systematischer Ärzt:innen, APN oder anderen Gesundheitsberufen zuweisen. Ob es Zugang, Wartezeiten, Arbeitsverteilung oder Versorgungsqualität verbessert, müssen laut den Autor:innen künftige Implementierungsstudien zeigen; Patient:innen waren nicht einbezogen.

Einordnung

Die Arbeit setzt dort an, wo APN-Stellen in der Grundversorgung im Alltag oft hängen bleiben: bei der Frage, welche Konsultationen tatsächlich bei der APN landen. Für Praxen, die APN einstellen, ist das Modell ein Ausgangspunkt – belastbare Wirkungsdaten fehlen noch.