Wie erleben Advanced Practice Nurses den Aufbau ihrer eigenen Rolle in der Hausarztpraxis? Dieser Frage geht eine qualitative Studie nach, die am 20. August 2026 online in der Zeitschrift Pflege (Hogrefe) erschienen ist.
Die Studie
Unter dem Titel „Implementierung und Entwicklung der APN-Rolle in der hausarztnahen Versorgung in Deutschland: Eine qualitative Untersuchung“ untersuchten Olivia Wöhrle, Imane Henni Rached und Renate Stemmer (u. a. Katholische Hochschule Mainz und Universitätsmedizin Mainz) die APN-Perspektive auf die Rollenimplementierung und -entwicklung im Setting Hausarztpraxis. Grundlage sind 26 qualitative Interviews mit APN zu drei Messzeitpunkten, inhaltsanalytisch ausgewertet (DOI 10.1024/1012-5302/a001092).
Die Ergebnisse
Das Erleben der eigenen Kompetenzen und die Begleitung der Rollenimplementierung sind laut Studie zentrale Kernelemente der Rollenentwicklung. Als wesentliche Gelingensfaktoren nennen die Autorinnen Sicherheit im Tun und Handeln, Unterstützung, Krisenbewältigung und Vertrauen. Ihre Schlussfolgerung: Eine Begleitung von APN muss neben fachlichem Input auch Angebote enthalten, die die Rollenklärung auf dem Weg zu einer professionellen APN-Identität unterstützen.
Einordnung
Die Arbeit ergänzt die im Mai 2026 veröffentlichte Befragung von Hausärzt:innen aus Rheinland-Pfalz um die Sicht der APN selbst. Für Einrichtungen, die APN-Stellen schaffen, liefert sie einen praktischen Hinweis: Fachliche Qualifikation allein reicht nicht, die Rolle braucht in den ersten Jahren gezielte Begleitung. Als qualitative Studie erlaubt sie keine Aussagen über Versorgungseffekte.