Der Kanton Luzern zieht eine erste positive Bilanz seines APN-Projekts in der Grundversorgung. Laut einer Mitteilung, über die der Bote der Urschweiz am 24. April 2026 berichtete, zeigt das Projekt von Kanton und Universität Luzern bereits „eine positive Wirkung“.
Das Projekt
Seit Herbst 2024 arbeiten vier Pflegeexpertinnen APN in vier Hausarztpraxen in Zell, Willisau, Hochdorf und Oberkirch. Sie übernehmen pflegerische und delegierte Aufgaben wie Sprechstunden in der Praxis, Hausbesuche und Pflegeheimvisiten. Ziel ist, Hausärzt:innen zu entlasten, den Pflegeberuf attraktiver zu machen und die APN nachhaltig in der medizinischen Grundversorgung zu verankern.
Das Projekt geht auf einen Pilotversuch in der Gemeinde Aesch zurück. Im Dezember 2024 beauftragte die Regierung das Zentrum für Hausarztmedizin und Community Care der Universität Luzern, ein „Luzerner Modell“ zu erarbeiten – mit dem Ziel eines breit abgestützten Konsenses über die Tätigkeiten von APN in der Grundversorgung, einschließlich ökonomischer Aspekte. Projektende ist voraussichtlich Ende 2026.
Die Zwischenbilanz
Das Modell stoße bei Hausarztpraxen, Pflegeheimen und anderen Leistungserbringenden „auf breite Akzeptanz“. Zudem würden APN auch außerhalb des Pilotprojekts vermehrt in Luzerner Hausarztpraxen eingesetzt oder es gebe konkrete Pläne dafür. Vanessa Seydel, APN in Zell: „Patientinnen geben mir positive Rückmeldungen. Die Zusammenarbeit mit den Ärzten findet auf Augenhöhe statt.“ Für Elena Viviroli, APN in Willisau, bestehen bei der Abrechnung der Leistungen noch viele Unklarheiten.
Einordnung
Die Luzerner Erfahrungen fallen in die Phase, in der die Schweiz die APN-Rolle im GesBG verankert und die OKP-Vergütung erst über eine spätere KVG-Revision regeln will. Die offenen Abrechnungsfragen aus der Praxis zeigen, warum dieser zweite Schritt für die Grundversorgung entscheidend ist.