Mit der Herbstkampagne #DeutschlandWelchePflegeWillstDu bündelt der Deutsche Pflegerat (DPR) die Positionen seiner Mitgliedsverbände – „25 Verbände und Organisationen. Eine Stimme.“ Am 2. September 2026 stand der Beitrag des Deutschen Netzwerks Advanced Practice Nursing & Advanced Nursing Practice (DNAPN) im Fokus.

Die Kernaussagen

Unter der Überschrift „Kompetenz ohne Struktur bleibt nur ein Versprechen!“ kritisiert das DNAPN, dass die Politik Befugnis- und Kompetenzerweiterungen verspreche, der Profession aber zugleich die strukturellen Voraussetzungen für ihre Umsetzung entziehe. Konkret: „Bis heute fehlt eine verlässliche Regelsystematik für APN. Hochqualifizierte Rollen wie APN im intensivstationären Bereich drohen ihre Refinanzierungsgrundlage zu verlieren.“

APN-Stellen seien kein „Nice-to-have“, sondern Teil der Patient:innensicherheits- und Qualitätsinfrastruktur moderner Krankenhäuser. Eine nachhaltige Reform brauche eine verlässliche Finanzierung pflegerischer Leistungen, eine wissenschaftlich fundierte Personalbemessung, einen qualifikationsgerechten Skill-Grade-Mix sowie die strukturelle und gesetzlich abgesicherte Implementierung erweiterter pflegerischer Rollen wie der APN.

Einordnung

Der Beitrag benennt die Lücke, die neben den neuen Befugnissen offen bleibt: Seit 1. Jänner 2026 erlaubt § 4a PflBG die eigenverantwortliche Heilkundeausübung, ein eigenes APN-Gesetz hat das Bundesgesundheitsministerium angekündigt. Wer APN-Stellen im Krankenhaus finanziert, ist damit aber noch nicht geregelt – genau darauf zielt die Warnung des DNAPN.