Mit dem 2025 veröffentlichten Grundlagenpapier „Advanced Nursing Practice" hat der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) eine aktuelle, wissenschaftlich gestützte Bezugsgrundlage für die erweiterte und vertiefte Pflegepraxis in Österreich vorgelegt. Das Papier beschreibt das pflegerische Karrieremodell und ordnet die international anerkannten APN-Rollen ein, darunter Clinical Nurse Specialist (CNS) und Nurse Practitioner (NP). Als fachliche Orientierung adressiert es Entscheidungsträger:innen, Bildungseinrichtungen und die Praxis.

Inhaltlich knüpft das Dokument an die Definitionen des International Council of Nurses (ICN) an und empfiehlt, wie die APN-Rolle für den österreichischen Kontext charakterisiert und implementiert werden kann. Im Zentrum steht das Argument, dass akademisch qualifizierte Pflegepersonen mit erweiterten Kompetenzen Versorgungsqualität, Effizienz und Patientensicherheit stärken.

Gemeinsame Linie im DACH-Raum

Kurz darauf wurde im November 2025 ein länderübergreifendes Positionspapier von DBfK (Deutschland), ÖGKV (Österreich) und SBK (Schweiz) veröffentlicht. Es formuliert gemeinsame Eckpunkte für den gesamten deutschsprachigen Raum:

  • einen einheitlichen Titel („Pflegeexpertin APN / Pflegeexperte APN"),
  • die Ausbildung in einem konsekutiven Masterprogramm auf Basis eines Pflege-Bachelors plus mindestens zwei Jahren Berufserfahrung,
  • eine an das Praxisfeld angepasste Rollengestaltung und verpflichtende Fortbildung,
  • sowie eine angemessene Vergütung als Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung.

Damit positionieren sich die drei Berufsverbände gemeinsam zu Profil und Rahmenbedingungen von ANP und liefern eine abgestimmte Grundlage für die berufs- und bildungspolitische Diskussion in der Region.